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Wälder auf El Hierro

Nachdem ich in den letzten Tagen von der abwechslungsreichen Landschaft El Hierros geschwärmt, gleichzeitig aber immer nur Fotos der rauen Vulkanlandschaft gezeigt hatte, bekam ich heute nur zu recht die Frage zu hören: Gibt's da auch Bäume?

Ja, tatsächlich gibt es hier nicht nur Bäume sondern sogar richtige Wälder, was für eine Kanaren-Insel auch gar nicht so selbstverständlich ist. Die hatten wir in den letzten Tagen nur noch nicht fotografiert, weil Wald für uns Mitteleuropäer - wie soll ich sagen? - reißt uns jetzt thematisch nicht so vom Hocker, dass man gleich bei Ankunft schreit: Halt an! ein Baum! ich muss ein Foto machen!.. Wobei die Wälder auf El Hierro sind schon ein wenig abgefahrener als das, was einem so in Berlin begegnet.

Zum einen gibt es da die Kanaren-Kiefer, welche hier große Waldflächen bildet. Dieser Baum hat es über die Jahrtausende geschafft, Vulkan-Ausbrüchen zu widerstehen. Und tatsächlich sieht man einem Großteil der Bäume durch schwarze Grundierung der Rinde an, dass sie schon mindestens einen Waldbrand hinter sich haben. Und dann gibt es da noch den mystisch-verwunschenen Lorbeerwald. Kannten wir schon von La Gomera, ist aber auch hier wieder ein absolutes Highlight.

Heute waren wir da auch ein wenig spazieren und waren fasziniert von den vielen Vögeln, die da unterwegs sind. Ständig raschelte es neben uns im Gestrüpp. Meistens "nur" eine Amsel oder ein Buchfink aber die schiere Zahl war schon beeindruckend.







Und dann war da noch dieses Viech. Eine Riesen-Bremse? Bestimmt 3cm lang.

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Going around El Hierro: day 2

Erster Stopp unserer kleinen Rundfahrt war beim Aussichtspunkt "Mirador de Isora", von wo aus man einen fantastischen Blick über die östliche Steilküste hat. Der Punkt war in Luftlinie gar nicht sooo weit weg von unserem Quartier in El Pinar, aber mit dem Auto mussten wir doch einen ordentlichen Umweg fahren. In Folge meiner gestrigen Fußverletzung fallen längere Wanderungen leider vorerst aus. :(

Von dem Aussichtspunkt sind wir dann in engen Serpentinen runter ans Meer und haben dort mehrere dunkle Strände inspiziert. Die Brandung und der daraus resultierende Sog ins Meer war aber teils so heftig, dass wir uns nur mit den Füßen ins Wasser trauten.

Die Landschaft war wahrhaft fantastisch und erstaunlich abwechslungsreich - wie auch das Wetter: Während im Südosten die Sonne auf uns herabbrannte, dominierten starke erfrishende Winde den Nordosten um die Hauptstadt Valverde, wo wir dann tatsächlich Badeschuhe für die nächsten Strandabenteuer auftrieben.

















Abendblick von unserer Terasse: Die beiden Punkte über dem hellen Grünzeug in der linken Bildhälfte sind Jupiter und Saturn. In der Mitte des Bildes wäre theoretisch noch Pluto zu sehen. Alle drei auf einer Linie mit dem fast vollen Mond oben rechts.
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El Hierro Day 1: Volcanic Pools

Nachdem wir gestern auf El Hierro angekommen, sind, haben wir heute mal die lokalen "Strände" - ähm - Pools ausgecheckt. Tatsächlich ist die Küste hier ziemlich rustikal und teilweise sieht es aus, als wäre die Lava erst gestern zu Stein erstarrt. So richtig Badestrand, wie wir ihn kennen, gibt es also kaum. Dafür gibt es vielerorts natürliche Pools, also von der Meeresbrandung mehr oder weniger abgeschirmte Buchten, in welchen man schön baden kann. Und damit man da auch gut rein und vor allem auch wieder raus kommt, haben die Einheimischen Leitern und schöne Holzwege und -terassen angebracht.

Dabei ist uns aufgefallen: die meisten Leute hier tragen Badeschuhe. Das ist insofern "lustig", weil wir zuhause noch überlegten: packen wir die Badeschuhe ein? Ja mal schauen, wieviel Platz wir noch im Gepäck haben. Tja ähnliche Gedanken hatten wir auch zum Schnorchelzeug, welches hier ebenfalls allerorts genutzt wird. Haben wir dann natürlich beides vergessen: Badeschuhe und Taucherbrillen. Echt super. Dafür habe ich mir heute gleich an einem Stein im Wasser den Fuß aufgeschlitzt.








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Abschied vom Paradies.. auf nach Medan

Der Abschied von Pulau Panjang war emotional. In nur sieben Tagen war uns die Insel und das Team des Kimo-Resorts unheimlich ans Herz gewachsen. Die Zeit war erholsam und auf ihre Art dennoch intensiv an Eindrücken. Und leider auch schnell wieder vorbei.

Zum Abschied kamen alle zum Boot, sogar der alte Gärtner, der sich sonst eher unauffällig im Hintergrund hielt, lungerte an der Bar herum und freute sich, als ich mich nochmals für seine Vogelhinweise bedankte.



Und ruckzuck waren wir wieder in der Realität.





So sieht übrigens ein typisches indonesisches Klo aus.. nicht nur beim Imbiss am Straßenrand – auch in den Wohnhäusern. Oder im Bidadari, dem ersten Hotel, in welchem wir in Singkil eincheckten und von wo wir gleich wieder flüchteten, nachdem wir das Alviya Hotel entdeckt hatten ...



.. und ja: die Schöpfkelle ist die Klospülung. Ihr fragt euch bestimmt, wie man sich den Po sauber macht? Haben wir uns auch gefragt.. da fiel mir dann die Story ein, dass in manchen Gegenden der Welt die linke Hand als unrein gilt. Wir hatten zum Glück unser eigenes Klopapier dabei. Meistens. :-] Die Menschen hier essen ihren Reis und was sonst noch übrigens wirklich ohne Besteck. Es ist so unappetitlich, wie man es ich nur vorstellen kann. Besonders, nachdem man hier mal auf Klo war.

Die Fährfahrt von den Banyak-Inseln nach Singkil war sogar noch vergleichsweise angenehm, da an Board diesmal nicht so viel geraucht wurde, aber dafür war die Fahrt nach Medan am nächsten Tag um so bescheidener. Unser Fahrer sprach keinerlei Englisch und zog eher rücksichtslos seinen Stiefel durch. Aber gut.. es waren ja nur 8 Stunden über üble Straßen, fiese Serpentinen und miefiger Gestank von den Abgasen der LKW oder mehr als fragwürdigen PKW, welche sich die Berge hochquälten. Zumindest letzterem hätte man ja durch Schließen des Fensters und Aktivieren der Klimaanlage begegnen können... wollte unser Herr Fahrer aber nicht. Auch nicht auf Nachfrage. Wir dachten ja schon, sie wäre kaputt. Ging dann aber doch, als es regnete und der Fahrer das Fenster schließen musste. So ein Penner.

Dafür rauchte er im Auto.

Apropos.. es scheint, dass 100% der Männer in Indonesien rauchen. Zumindest haben wir noch kein Gegenbeispiel getroffen. Da scheint es nur konsequent, dass wir am Empfang des JW Mariott gefragt wurden, ob wir ein Raucherzimmer wollen. Wollten wir nicht – daraufhin bekamen wir ein Upgrade: Executive Room Deluxe heißt unser neues Paradies. Und da sind wir jetzt, in der obersten, 29. Etage des Hotels mit Blick auf den Pool in der 17. und...

.. während sich in Berlin die Klimabewegung auf der großen Fridays For Future Demo feiert, blicken wir zum Sonnenuntergang auf die Smogglocke über Medan mit düsteren Abgasschwaden aus nicht identifizierbaren Schornsteinen vor dem Horizont.



Da kann man sich nur besaufen. Zum Glück ist bei Executive-Zimmern der Zutritt zur Executive Lounge inklusive, welche abends ab 17:30 ein kleines Buffet und Getränke bietet. Wein und Cocktails! Das gab's im Strandparadies nur, wenn man sich etwas aus christlichen Gefilden mitgebracht hatte. Hatten wir natürlich. :-D
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Pulau Ujung Batu – eine nette Überraschung

Nachdem wir das Kimo-Resort die letzten zwei Tage noch ein wenig bei Strand-Reinigung, WLAN-Inbetriebnahme und Korallenriffbepflanzung unterstützt hatten, hat uns der Resort-Besitzer Willi am Nachmittag noch mit einem Bootsausflug zur Insel Ujung Batu überrascht. Diese war – im Gegensatz zu den sonst eher klassischen Palmen-Strand-Paradiesinseln – mit dichtem Dschungel überzogen. Kantige Felsen bilden die Abgrenzung zum vorgelagerten kristallklaren, türkisfarbenen Wasser von wo aus wir fasziniert in den Dschungel starrten und nach bunten Vögeln Ausschau hielten, die dort immer wieder von einem Baum zum nächsten huschten.





Und wieder zurück.. Pulau Panjang kurz vor dem Kimo-Resort.