November 11th, 2019

mountainview

Welcome to the Jungle

Nachdem ich in den letzten zwei Einträgen ein wenig über Medan abgelästert habe, könnte manch einer sich fragen: Warum das Ganze? Das fragte ich mich übrigens auch, ganz kurz.

Das wird einem hier vor Ort zum Glück ganz schnell klar, wenn man auch nur einen Millimeter hinter die infrastrukturellen Defizite schaut. Sumatra – und Indonesien im Allgemeinen – ist unfassbar reich an freundlichen, aufgeschlossenen, toleranten und neugierigen Menschen. Hier sind wir die Exoten und man begegnet uns durchweg mit einer überwältigenden Freundlichkeit, die einem die Tränen in die Augen treiben könnte. Wir laufen die Straße entlang und aus vorbeifahrenden Autos oder Mopeds werden wir gegrüßt. Jegliche Personal im Hotel, welches auch nur den Hauch eines Blickkontaktes erhascht, grüßt sofort. Der Junge, der uns zum Frühstück den Kaffee brachte und hörte, dass wir heute das Hotel verließen, wünschte uns einen tollen Trip.. und die Freundlichkeit wirkt bei aller Überschwänglichkeit nicht aufgesetzt gekünstelt.

Nun kommen wir nicht nur nach Sumatra, um mal freundliche Menschen zu erleben, aber diese Kultur hat uns seit unserem ersten Indonesienbesuch auf jeden Fall in ihren Bann gezogen. Und da spielt es keine Rolle, ob man es mit Muslimen, Hindus oder Christen zu tun hat. Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit ist offenbar keine religionsspezifische Eigenschaft.

Der Hauptgrund für unseren Besuch ist die noch kaum berührte Natur, die frei von Massentourismus erlebt werden kann. Dort wo man für 80km Straße ca 4 Stunden Auto fährt, gelten noch andere Gesetze – was den Tourismus angeht. Auf Sumatra bietet sich so die weltweit exklusive Chance (neben Borneo), frei lebenden Orang Utans im Regenwald zu begegnen.

Und so führte uns die heutige 4-stündige Autofahrt nach Bukit Lawang, der letzten Siedlung am Bahorok Fluss vor dem Gunung Leuser Nationalpark. Der Weg dahin hatte es in sich und neben kreativer Wegefindung auf kaputten Straßen bestaunten wir das Dorfleben in Sumatra.

So sieht das Palmöl aus, bevor es in unserer Margarine landet.



Und so ein Schulbus.



Und dann kam auch das Auto nicht mehr weiter. Nur noch über die Brücke und dann rechts halten.. unsere Hütte.






Und was wäre ein Regenwald ohne – richtig! – Regen?