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Moni & Kelimutu - JBlog [entries|archive|friends|userinfo]
Jon

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Moni & Kelimutu [Nov. 25th, 2018|01:43 am]
Jon
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Der Flug von Labuan Bajo verlief problemlos. Die Maschine war mal wieder eine Nummer kleiner als die vorige – diesmal mit 4 Plätzen pro Reihe und Propellern. Der Einstieg erfolgte hinten, weil in die vordere Luke das Gepäck gestopft wurde.

Wir wollten nach Moni, welches der sinnvollste Ausgangspunkt für Besteigungen des Kelimutu ist, einem Vulkan mit drei bemerkenswerten Kraterseen, die über die letzten Jahre schon mehrfach ihre Farbe gewechselt haben. Bis Ende der 1990er war der eine See zum Beispiel tief rot – wir erlebten ihn jetzt türkis. Die Farben sind Folge chemischer Reaktionen durch das Eindringen von verschiedenen Gasen aus dem Vulkan in die Seen.

Der Flug ging allerdings nach Ende, welches circa zwei Stunden Fahrt von Moni entfernt ist. Da wir viel Gepäck haben, wollten wir uns nicht mit den öffentlichen Bussen herumschlagen, deren Abfahrtzeiten und (Über-)Füllgrad ungewiss waren. Daher teilten wir uns mit zwei Damen rüstigeren Baujahrs ein Taxi. Ein Zusatzsitz wurde im Kofferraum hinzugeklappt und daneben fand tatsächlich noch all unser Gepäck platz. Wir hätten es kaum geglaubt.

Viel mehr Platz als das Auto bot unser Quartier im etwas irreführend benamten „Bintang Bungalow“ interessanterweise auch nicht. Irreführend deshalb, weil es dort keine Bungalows gab. Wir überlegten kurz das Hotel zu wechseln, da wir aber schon über booking.com bezahlt hatten, ließen wir das dann doch. Naja.. dafür gab‘s wenigstens kein WLAN und zum Frühstück musste man sich auch nicht überlegen, was man will; das war gesetzt: Banana Pancake. Und.. ohne Ablenkung durch Internet, Online-Journal und dergleichen kam ich endlich mal dazu, das Buch anzufangen, welches ich mir mit auf die Reise genommen hatte.







Üblich ist es wohl, dass man als Tourist den Kelimutu zum Sonnenaufgang besteigt. Wobei „besteigen“ bedeutet, dass man mit Auto oder Motorrad bis zu einem Parkplatz kurz unter dem Gipfel hochfährt und von dort ein paar hundert Stufen und einen kurzen Wanderweg bis zu den Seen und dem Gipfel bestreitet. Der Fußmarsch dauert dabei vielleicht 30 Minuten.

Wir hatten jedenfalls keine Lust auf frühes Aufstehen und bestiegen unser völlig überteuertes Mietmoped erst gegen 10 Uhr. Der Himmel bereitete uns dabei etwas Sorgen – es war so wolkig, dass man von Moni aus den Gipfel nicht sehen konnte. Aber da mussten wir erst einmal hinkommen. Zwischendurch war unser untermotorisiertes Gefährt nämlich etwas überfordert, so dass Janine öfter mal absteigen und steilere Anstiege zu Fuß absolvieren musste. So bewältigten wir schließlich die 14 Kilometer bis zum Parkplatz in einer knappen Stunde. Auf etwa halber Strecke bezahlten wir an einem Checkpoint den Eintritt für den Kelimutu Nationalpark: 150000 Rupiah pro Person (ca 9 EUR), wobei wir Jellis Gebühr noch wegverhandeln konnten.

Noch ein paar Schritte und Diskussionen mit Jelle (Laufen vs. Tragen) später, tat sich vor uns das wunderschöne Panorama um den Kelimutu-Gipfel mit Blick auf zunächst zwei Seen und später auch den dritten See auf. Fantastisch. Es war noch ganz schön bewölkt und teilweise zogen die Wolken wie Nebebelschwaden über die Landschaft, was die Sichtweite massiv reduzierte, aber das war immer nur temporär. Die Sonne kämpfte sich ihren Weg durch den Nebel und brach durch Löchter in der Wolkendecke, was die ersten beiden Seen in sattem Türkis leuchten ließ.

Wir nahmen die letzten Stufen bis zum Gipfel, von wo aus auch der dritte See, dunkelgrün gefärbt, sichtbar wurde und genossen die Atmosphäre. Wir blieben über eine Stunde da oben sitzen und bewunderten die Kulisse und das Wechselspiel aus Wolken und Sonne. Eine Händlerin verkaufte Suppen, Kaffee und Tee – quasi alles was sich mit dem heißen Wasser aus ihrer Thermoskanne aufgießen lies. Gesättigt verließen wir den Gipfel und stellten überrascht fest, dass es zum Tal hin deutlich wolkiger wurde als auf dem Gipfel.








Am nächsten Morgen wollten wir dann doch die Sonnenaufgangsnummer wagen. Der Wecker klingelte 3:30 Uhr. 4 Uhr brachen wir auf, um 5:25 Uhr zum Sonnenaufgang auf dem Berg zu sein. Gut dass wir den Weg schon kannten – das verlieh uns doch einiges an Selbstsicherheit für die Motorradfahrt und Wanderung bei Dunkelheit. Kurz nach Eintritt in den Nationalpark hing ein Auto mit anderen Touristen vor einem umgestürzten Baum fest, der sich quer über die Straße gelegt hatte. Wir stiegen mit dem Moped drüber während sich hinter uns weitere Autos sammelten und inzwischen bestimmt 10 Personen versuchten den Baum aus dem Weg zu schaffen. Obwohl Janine zwischendurch wieder mehrmals absteigen musste, waren wir die ersten auf dem Parkplatz und 5:15 tatsächlich überpünktlich oben.

Mit und nach uns trudelten immer mehr Schaulustige ein. Mehr als wir gedacht hätten.

Fehlte nur noch der Sonnenaufgang. Es war so wolkig / nebelig, dass man die Seen nur erahnen konnte – wenn überhaupt. Es wurde langsam heller, aber keine Spur von der erhofften magischen Stimmung mit rotem Himmel über den gefärbten Seen. Immerhin war‘s kalt, das war uns nämlich auch angedroht worden. Und so saßen wir eingemummelt in unsere Jacken auf den Stufen der Treppe zum Gipfel und hofften, dass die Wolken doch noch aufreißen würden. Dem war nicht so; gegen 6:15 Uhr verließen wir die Szenerie.






Zurück in Moni frühstückten wir erst einmal und packten anschließend unseren Kram zusammen. Am Vorabend hatten wir in Mopi‘s Restaurant (lecker da) zu 11 Uhr einen Fahrer engagiert, der uns nach Maumere bringen sollte. Und weil wir so unerwartet früh vom Berg zurück waren, blieb nach dem Packen sogar noch Zeit für einen kleinen Bummel durchs Dorf.
















Ankunft im Sea World Club bei Maumere:

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