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Komodo Nationalpark - JBlog [entries|archive|friends|userinfo]
Jon

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Komodo Nationalpark [Nov. 19th, 2018|11:38 pm]
Jon
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Punkt 7 Uhr waren wir am Hafen. Zuvor hatten wir Stullen für's Frühstück auf dem Boot geschmiert, für Jelli noch ein Schnorchelset und für uns Flossen geliehen. Kapitän Iling empfing uns schon auf dem Parkplatz und nahm uns die Passnummern ab, die er für ein Formular brauchte. Die Abnahme des Formulars beim Nationalpark Office dauerte dann aber irgendwie fast eine Stunde.

8 Uhr stachen wir in See.

Unser erstes Ziel war Rinca, grob 2 Stunden mit dem traditionellen Holzboot entfernt. Die Fahrt verlief aber angenehm, unter einem Dach von der schon morgens knallenden Sonne geschützt. Die Gegend um Flores ist einfach faszinierend: so viele kleine Inseln, so viele Unterschiede in der Vegetation und eine entsprechende Vielfalt an Farben am Land und auf dem Meer. Im Vorbeifahren sahen wir einzelne Delphine und am Ufer Hirsche und anderes Getier. Und Boote: alle unterschiedlich von klassisch bis skurril.

Am Anleger von Rinca wurden wir direkt von einem Guide empfangen, welcher uns durch den Park führen sollte. Es gibt verschiedene Trekking-Routen; wir wählten "medium". Sollte etwa eine Stunde dauern. Wir waren zwei Stunden unterwegs. Ursache war neben unserer Fotowut auch Jelli, der mal laufen wollte, dann wieder nicht, aber getragen wollte er auch nicht werden, dann wieder doch. Dann tat ihm der Fuß weh, dann attackierte er mit seinem Stöckchen, das er stolz wie ein Ritter trug, alle möglichen Pflanzen am Wegesrand... Apropos "Stöckchen": Der Guide hatte einen recht stabilen Stock, welcher seine einzige Waffe gegen Waran-Angriffe darstellte. 6 Monate Waran-Kampfkurs musste er im Rahmen seiner Guide-Ausbildung absolvieren.

Die Warane lungern teilweise direkt um die Häuser des kleinen Dörfchens herum, in dem sich die Ranger-Station befindet und wo auch unser Guide aufgewachsen ist. Wir sahen sie dort vor und unter Häusern liegen, sogar unter einer Treppe. Echt rätselhaft, wie die Menschen mit dieser ständigen Gefahr klarkommen. Stöckchentragen ist jedenfalls selbst beim Toilettengang Pflicht. Ansonsten begegnet man den Waranen zu dieser Jahreszeit im Wald beim Schutz ihrer Nester. Über 30 Euer legt ein ausgewachsenes Weibchen jährlich in einen unterirdischen Bau – ähnlich einem Fuchsbau – und bewacht sie durch davor rumliegen. Wir staunten ob der Anzahl der Eier, aber nur ein geringer Prozent- oder Promillesatz überlebt jedoch seine Jugend.

Die Warane sind wirklich respekteinflößend. Majestätisch bewegen sie sich von A nach B und warten sonst geduldig, dass ihnen ein Beutetier nichts ahnend direkt vor die Nase läuft. Sie sind durch dieses stille Verhalten und ihr "Camouflage"-Outfit unglaublich gut getarnt. Über das ein oder andere Tier wären wir wohl direkt drüber gestolpert, hätte uns der Guide nicht rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht.

Es heißt ja, der Speichel ist so super giftig für Menschen. Der Guide erklärte aber, dass man nach einem Biss durchaus andere Probleme hat, weil die Warane, wenn sie einen erstmal erwischen, große Stücken aus einem herausbeißen, woran man meistens noch vor der Vergiftung stirbt. Selbst große Tiere wie Wasserbüffel verspeisen sie mit Haut, Haar und Knochen. Lediglich den Schädel lassen sie zurück, welcher dann demonstrativ von den Rangern irgendwo aufgehängt wird. Ein wenig erinnerte mich das Waran-Verhalten an Krokodile: Faul rumliegen bzw. träge von A nach B schlendern, aber auf Abruf 20 km/h rennen können. Das traut man denen irgendwie gar nicht zu.






















Nachdem die Warane abgehakt waren, ließen wir uns noch auf zwei Schnorchelstopps ein, deren Ort Kapitän Iling festgelegt hatte. Schorchel und Brille hat Jelli relativ schnell wieder weggeworfen – seine normale Schimmbrille (siehe Singapur-Einkauf) hatte er dafür um so besser im Griff: Luft anhalten, untertauchen, gucken, wieder hoch, ... das klappte reibungslos.

Die Unterwasserwelt war auch ganz hübsch anzusehen.






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