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Jon

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Singapur [Nov. 12th, 2018|06:36 pm]
Jon
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Was für ein Tag. Eigentlich kaum zu glauben, dass wir erst einen Tag hier verbracht haben.

Wir sind pünktlich 4:30 Uhr morgens in Singapur gelandet. Der Flug mit Scoot war schon irgendwie speziell, auf die Scoot-eigene Art, aber nichts was wir nicht wieder tun würden. Ich habe lange keinen Langstreckenflieger ohne Bildschirme in den Sitzen gesehen – ja eigentlich noch nie einen ohne Bildschirme im Passagierraum überhaupt. Dafür kann man per WLAN+App auf das Onboard-Entertainment zugreifen. Kostet dann natürlich ein paar Euro extra. Strom für's Smartphone? Kostet auch. Zwischendurch ne Cola? Kostet ebenfalls... aber die Preise sind schon in Ordnung und man muss die Dienste ja auch nicht in Anspruch nehmen, wenn man sich entsprechend vorbereitet. Oder, wenn man keine Stullen geschmiert hat und sparsam sein will, bestellt man an Board für 5 Singapur-Dollar (ca 4 Euro) eine Nudelsuppe, die einem frisch im Plastebecher mit heiß Wasser aufgegossen wird. Nach etwas über 12 Stunden war der Spuk dann jedenfalls vorbei und wir gelandet. Apropos: Bei der Landung überflogen wir recht tief den Hafen und konnten im Dunkeln die vielen beleuchteten Frachtschiffe ausmachen, die vor der Stadt ankerten. Beeindruckend. Singapur zählt angeblich als der größte Hafen der Welt bzgl. Tonnage, Güterumschlag und was weiß ich noch.

Ca. 6 Uhr erlebten wir dann der nächsten Spuk. Nachdem wir 70 Dollar Aufpreis im Hotel für Early-Checkin zugestimmt hatten, freuten wir uns auf eine warme Dusche im Zimmer, das unser Kita-Mitpapa und Reisebürobetreiber Patrick uns in den letzten Tagen noch kostenlos auf Premium Executive upgraden konnte. Die beste Kategorie des Hauses "Clover 5". Ergebnis der Vorfreude ist: wir wollen echt nicht wissen, wie sich die schlechteren Kategorien behausen lassen. Logistisch war unser Zimmer 508 gleich mal eine Herausforderung. Neben Bett und Badezimmer blieben noch ca 2-3 m² für uns und unser Gepäck im Eingangsbereich. Wie in einem Schiebepuzzle bewegten wir uns gegenseitig, um das jeweilige Ziel zu erreichen. Das konnte doch unmöglich unser gebuchtes Zimmer sein?! Nachfrage am Empfang ergab: doch, das ist das größte Zimmer des Hauses. Und wenn da 19 m² in im Internet steht, dann sind das auch 19 m². Naja... erstmal duschen.

Nach der Dusche nochmal grob nachgemessen und erneut beim Empfang beschwert. Das Zimmer hat inkl. Bad höchstens 12 m². Das kann doch nicht ihr ernst sein. Die Empfangsdame bot mir als Alternative das gleiche Zimmer auf einer anderen Etage an: vielleicht würde uns das vom Schnitt besser gefallen. Und tatsächlich: In Zimmer 213 standen die Möbel ein wenig anders und so wirkte es gleich etwas luftiger. Wenn das mal nicht 4 m² Bewegungsraum waren. Und Toilette und Dusche waren sogar durch eine Glaswand getrennt. Also alles wieder zusammengepackt und umgezogen.

Inzwischen war halb Neun und wir wollten echt mal was frühstücken. Jelli hing ein wenig durch (verständlich; halb Zwei nach deutscher Zeit), also rein mit ihm in den Buggy, den wir zum Glück mit haben. Und los nach Chinatown, was ein paar Querstraßen weiter lag und viele Restaurants bieten sollte. Viele geschlossene Restaurants, wie wir feststellen durften. Von wegen die öffnen alle schon ganz früh. Das Clover-Personal schien nicht nur sein Haus nicht zu kennen. Am Ende fanden wir doch ein sogenanntes Hawker Center – eine Art Sammelsurium an Imbissen unter einem gemeinsamen Dach mit Tischen und Stühlen davor. Neudeutsches Wort dafür wäre vermutlich "Food Court".

Nach dem durchaus genießbaren Imbiss (die Abbildungen an der Wand ließen es kaum vermuten) und einem Kaffee verließen wir das noch mehr oder weniger schlafende Chinatown mit seinen Bruchbuden und alten Kolonialbauten in Richtung Marina, wo sich das Singapur vor uns auftat, wie wir es als asiatische Metropole erwartet hätten. Riesige Wolkenkratzer, Protz und bling bling – aber auch sehr ausgefallene, extravagante Architektur, viel Grün in und um die mächtigen Bauten und besonders beeindruckend: zwischendrin auch immer wieder alte Gebäude aus der Kolonialzeit, die offensichtlich einen besonderen Schutz genießen; anders ließe sich deren fortwährende Existenz in Zeiten explodierender Immobilienpreise und boomender Wirtschaft in Singapur kaum erklären.

So spazierten wir letztlich zur Marina und drumrum, bestaunten den Marina Bay Sands Komplex mit den drei riesigen Hotel-Türmen (über 2500 Hotelzimmer) und dem sie verbindenden Dachgarten "Skypark". Wir verzichteten aber zunächst auf den Besuch des Skyparks, weil man als Besucher (also Nicht-Hotel-Gast) dort nur sehr eingeschränkten Bewegungsraum hat. Man darf nur eine Ecke des Areals betreten und ohne Reservierung kann man weder Restaurant oder Bar besuchen. Nicht einmal die Sicht auf den berühmten Pool wollte man uns garantieren, geschweige denn die Nutzung erlauben. Für diese eindrucksvolle Demonstration der eigenen Minderwertigkeit sollte man dann noch 23 Dollar pro Person Eintritt bezahlen – hmm.. aber is schon echt ein besonderes Haus. Vielleicht später, falls wir wenigstens noch einen Platz in der Skybar reserviert bekommen. :-D

Also liefen wir erstmal nur ein wenig rum und guckten, ließen auch den Singapore Flyer – das weltzweitgrößte Riesenrad – vorerst rechts liegen und kehrten gegen 14 Uhr ins Hotel zurück. Erstmal Mittagsschlaf.

Chinatown


Marina Bay Sands Hotel – der Skypark ist übrigens das da ganz oben auf dem Dach; nicht die Fußgängerbrücke unten im Bild.

Marina Bay Sands Lobby




Nach dem Mittagsschlaf dann nochmal los und alles im Dunkeln anschauen. Pünktlich zum abendlichen Regenguss sicherten wir uns einen Platz direkt an der Marina in einem kleinen Chinarestaurant. War.. nicht so super lecker. Aber guter Ausblick. Den hatten wir dann auch von der anschließenden Bootsfahrt. Zum Schluss noch kurz in ner Whiskybar im Clarke Quay abgestiegen... hatte ich schon erwähnt, dass Singapur arschteuer ist? Drei einfache Drinks und zwei Säfte in der Bar: 72 Dollar. Happy Hour? Ja.. aber doch nicht für eure Drinks. Wenn ihr Jim Beam genommen hättet... grr.

Die Stimmung im Clarke Quay war aber fantastisch. Dieses von der Überdachung ein wenig ans Sony Center in Berlin erinnernde Areal war gepackt mit Bars, Restaurants und kleinen Shops. Aus jedem Fenster schien eine andere Live Band zu spielen .. ein Mix aus der Moderne des Potsdamer Platz und der Gemütlichkeit der Simon Dach Straße.

Ist schon wirklich schön hier. Und nach diesem ersten Tag sind wir ganz schön geplättet wieder im Hotel aufgeschlagen. Mal schauen, was uns morgen erwartet.






Nochmal Marina Bay Sands – diesmal mit musikuntermaltem Wasser- und Lichtspektakel; vom Boot aus gesehen.




Gute Nacht.
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