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Jon

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Müll der Welt [Dec. 10th, 2017|02:51 pm]
Jon
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Wir sind zurück aus dem Urlaub, der mal wieder traumhaft war.

Der Trip nach Bali hat uns aber auch mal einige Probleme der Welt vor Augen geführt. Neben der Armut, die selbst auf Touristeninseln wie Bali immer noch präsent ist, sobald man die ausgetretenen Pfade mal um ein/zwei Kilometer verlässt, ist es das Müllproblem, das uns Jahr um Jahr zunehmend schockiert.

Erstmals bewusst erlebte ich den Müll bei unserer Kambodscha-Tour 2010. Auf der damals noch recht einsamen Insel Koh Rong staunten wir, wie ein eigentlich traumhaft schöner und unbevölkerter Sandstrand von Müll gesäumt war, den das Meer herangetragen hatte.

Über die Jahre haben wir uns schon fast dran gewöhnt, dass einsame Strandparadiese in Südostasien kaum noch ohne Plastikmüll auskommen, wie z.B. hier auf Lombok:


Resort-Urlaubern bleibt diese Konfrontation derzeit oft noch erspart, weil die Resort-Betreiber bemüht sind, ihre Strände sauber zu halten und entsprechend Personal beschäftigen, die morgens den ganzen angeschwemmten Müll einsammeln. Aber auf Bali erlebten wir dieses Jahr, dass selbst Luxus-Resorts wie das Amertha Bali Villas da kaum noch hinterher kommen.

"Wird alles von Java rübergeschwemmt", sagte man uns.

Und so versucht wohl jeder seine Hände in Unschuld zu baden. Leider sahen wir in den Bergen bei Munduk wiederholt, wie Müll in allen möglichen Ecken abseits der Siedlungen vor sich hin gammelte und wohl nur auf den nächsten großen Regenfall wartete, der ihn hinab ins Meer spülen würde. Besonders erschütterte uns, wie wir bei einem Spaziergang über Reisfelder beobachten "durften", wie ein kleiner Junge nacheinander 5 Mülleimer über einem Hang ausschüttete so selbstverständlich, wie man bei uns zur Mülltonne läuft:


Einige Tage später, bei unserer Schnorcheltour vor Menjangan hatten wir wohl das bisher eindrucksvollste Müllerlebnis. Wir waren etwas um die Insel herumgefahren und zum Schnorcheln vom Boot gesprungen, als mich plötzlich das Gefühl übermannte, in einer Müllkippe zu schwimmen. Es war wirklich eklig und es war nicht mal nur eine Plastiktüte oder so.. die Meeresoberfläche regelrecht bedeckt und auch unter Wasser trieb so viel von dem Plastikunrat herum, dass an Schnorcheln nicht zu denken war. Ich brach ab und bat den Guide, uns woanders hinzubringen und so fanden wir einen neuen Spot, wo wieder alles wunderschön war.

Wie wird wohl der Tourismus der Zukunft aussehen? Wo heute noch die Guides in Kontakt stehen und einander über Wal- oder Delphinsichtungen auf dem Laufenden halten, wird in Zukunft wohl die Information wertvoll, wo gerade kein Müll herumschwimmt. Werden unsere Kinder noch müllfreie Meere erleben, wenn sie allein auf Reisen gehen?

Frisch sensibilisiert für das Thema sah ich auf dem Heimflug den Film A Plastic Ocean, der unsere Negativerlebnisse leider mehr als nur bestätigte. Der Film zeigte auch Konsequenzen auf, an die ich nicht gleich gedacht hatte. Nicht nur, dass unsere Naturparadiese zu Müllkippen verkommen... die gesamte Nahrungskette der Meere wird verseucht. Fische fressen das Plastik, das sie nicht verdauen können, Seevögel fressen die Fische und am Ende krepieren all diese Tiere kümmerlich, weil ihre Mägen voll von unverdaulichem Material sind und keine Nahrung mehr aufnehmen können. Ganz davon abgesehen, dass der Müll auf diesem Weg auch in unserer Nahrungskette landet.



Und heute stolperte ich über dieses Bild, auf dem Instagram Feed von Sea Legacy.
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