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Langkawi - Part 3

Nach einem etwas holprigen Start waren wir am dritten Tag auf Langkawi also endlich im Urlaub angekommen. Nach Buchung der 4 Nächte im Seaside Guesthouse entspannten wir schlagartig und nach Entgegennahme des Mietwagens fühlten wir uns unendlich frei und unabhängig. Wir düsten sofort los, erstmal ohne konkretes Ziel, hauptsache weg von der überlaufenen Cenang Beach Gegend und die Insel erkunden.

Vom Verleih hatten wir eine touristische Übersichtskarte von Langkawi bekommen, auf welcher im Norden der Insel ein paar Strände eingemalt waren, die von uns erkundet werden wollten. Auf dem Weg dahin stoppten wir bei einem 200 Meter hohen Wasserfall, welcher nach kurzem Spaziergang über einen befestigten Weg von einem Parkplatz aus erreichbar war. Dort badeten in verschiedenen terassierten Becken etliche Menschen unterschiedlichster Couleur (darf ruhig wörtlich verstanden werden) und am Rand der Becken verteidigten die Angehörigen ihr Picknick gegen aufmüpfige Äffchen, die dort ebenfalls herumlungerten und sich auf alle knisternden Tüten stürzten, sobald ihr Besitzer mal für einen Moment in eine andere Richtung schaute. Wir versteckten vorsichtshalber sofort Jellis Zwieback. Jelli stieg vergnügt mit uns die felsigen Stufen zum Wasserfall empor und starrte oben auf all die planschenden Menschen. Ans Wasser traute er sich allerdings nicht so recht und so drehten wir nach einer Weile wieder ab.

Die Strände im Nordwesten der Insel waren zu unserer Überraschung nicht der Öffentlichkeit zugänglich. Einer war in einen Golfplatz integriert und der andere wurde von zwei Luxusresorts vereinnahmt, deren Security uns freundlich aber bestimmt erklärte, dass wir uns auf einer Sackgasse befänden und doch besser umdrehen sollten. Das taten wir dann auch und folgten der Straße weiter entlang der Nordküste gen Osten. Im Norden hielten wir kurz bei einem weiteren Strand, der nicht nur öffentlich sondern auch sehr schön war, allerdings in der Mittagssonne auch sehr heiß, viel zu heiß für unseren kleinen Jelli. So schauten wir den also nur kurz an und düsten dann weiter. Nach einem ausgiebigen Stopp am Langkawi Craft Complex, wo wir mehrere Austellungen und Shops zu malaysischer Handwerkskunst in großen klimatisierten, architekturell durchaus ansprechenden Hallen durchstreiften, beendeten wir die Rundfahrt mit einem Abendessen in vertrauter Umgebung in der Nähe des Sunset Beach Resorts.

Der nächste Tag verlief ähnlich, begann jedoch mit unserem Umzug vom Sunset Beach Resort ins Seaside Guesthouse und fand seinen Höhepunkt auf dem riesigen Spielplatz in der Hafenstadt Kuah im Südosten Langkawis, wo Jelli ausgiebig herumtobte und vor allem rutschte. Wir passten derweil auf, dass er nicht durch die morschen Planken des Piratenschiffs stürzte oder sich an den rostigen Nägeln verletzte, die hier und da herausragten, wo die Planken bereits einem Kind nachgegeben hatten. Es ist immer wieder auffällig und verblüffend, wie die Asiaten einerseits tolle Dinge bauen, um sie dann andererseits sich selbst und dem Verfall zu überlassen. Im Gasthaus waren am Morgen nur Frau und Kinder des Wirts anwesend, was sprachlich eine gewisse Hürde darstellte, da die Frau nur chinesisch sprach. Aber Zimmer- und Schlüsselübergabe ist ja an sich kein sonderlich komplexer Vorgang, so dass wir das mit viel Gestik, Mimik und Humor gut hinbekamen, immer den günstigen Preis im Hinterkopf behaltend. Das Seaside Guesthouse lag mit seinen 3 Zimmern wirklich direkt am Meer und einem grabenartigen Ausläufer, in dem bunte Fischerboote ankerten. Die Gastgeber lebten in zwei oder drei weiteren Räumen des Gebäudes auffallend bescheiden, vermutlich schlichter als ihre Gäste. Auf dem Spielplatz in Kuah trafen wir sie dann allesamt wieder und wurden schon begrüßt, als wären wir Teil der Familie.

Zu unserer großen Freude schien Jelli sich so langsam an die Zeitverschiebung zu gewöhnen. Das fiel bereits unterwegs auf, als er zu eher Mittagsschlaf typischer Zeit ein Nickerchen machte und bestätigte sich abends, wo er schon vor 22 Uhr im Guesthouse einschlief und uns somit noch etwas Ruhe vor dem Schlafengehen bescherte. So kamen wir noch dazu, uns über den Ironman zu informieren, welcher am nächsten Tag stattfinden sollte und die Mobilität auf der Insel arg beschränken würde. Insbesondere die Radstrecke drohte uns einzuschließen, so dass wir uns für den kommenden Tag erstmal nichts weiter vornahmen, außer uns das Spektakel anzuschauen, bei dem etwa 1000 irre Triathleten sich bei tropischem Klima und brennender Sonne über die Insel scheuchen würden. 3,6 km Schwimmen, 180 km Rad und hintendran noch ein Marathon - bei Temperaturen von über 30 Grad im Schatten (und wo gabs den da schon?) für uns unvorstellbar.

Tags: asia, langkawi, malaysia 2015, travel
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