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Abschied vom Paradies.. auf nach Medan

Der Abschied von Pulau Panjang war emotional. In nur sieben Tagen war uns die Insel und das Team des Kimo-Resorts unheimlich ans Herz gewachsen. Die Zeit war erholsam und auf ihre Art dennoch intensiv an Eindrücken. Und leider auch schnell wieder vorbei.

Zum Abschied kamen alle zum Boot, sogar der alte Gärtner, der sich sonst eher unauffällig im Hintergrund hielt, lungerte an der Bar herum und freute sich, als ich mich nochmals für seine Vogelhinweise bedankte.



Und ruckzuck waren wir wieder in der Realität.





So sieht übrigens ein typisches indonesisches Klo aus.. nicht nur beim Imbiss am Straßenrand – auch in den Wohnhäusern. Oder im Bidadari, dem ersten Hotel, in welchem wir in Singkil eincheckten und von wo wir gleich wieder flüchteten, nachdem wir das Alviya Hotel entdeckt hatten ...



.. und ja: die Schöpfkelle ist die Klospülung. Ihr fragt euch bestimmt, wie man sich den Po sauber macht? Haben wir uns auch gefragt.. da fiel mir dann die Story ein, dass in manchen Gegenden der Welt die linke Hand als unrein gilt. Wir hatten zum Glück unser eigenes Klopapier dabei. Meistens. :-] Die Menschen hier essen ihren Reis und was sonst noch übrigens wirklich ohne Besteck. Es ist so unappetitlich, wie man es ich nur vorstellen kann. Besonders, nachdem man hier mal auf Klo war.

Die Fährfahrt von den Banyak-Inseln nach Singkil war sogar noch vergleichsweise angenehm, da an Board diesmal nicht so viel geraucht wurde, aber dafür war die Fahrt nach Medan am nächsten Tag um so bescheidener. Unser Fahrer sprach keinerlei Englisch und zog eher rücksichtslos seinen Stiefel durch. Aber gut.. es waren ja nur 8 Stunden über üble Straßen, fiese Serpentinen und miefiger Gestank von den Abgasen der LKW oder mehr als fragwürdigen PKW, welche sich die Berge hochquälten. Zumindest letzterem hätte man ja durch Schließen des Fensters und Aktivieren der Klimaanlage begegnen können... wollte unser Herr Fahrer aber nicht. Auch nicht auf Nachfrage. Wir dachten ja schon, sie wäre kaputt. Ging dann aber doch, als es regnete und der Fahrer das Fenster schließen musste. So ein Penner.

Dafür rauchte er im Auto.

Apropos.. es scheint, dass 100% der Männer in Indonesien rauchen. Zumindest haben wir noch kein Gegenbeispiel getroffen. Da scheint es nur konsequent, dass wir am Empfang des JW Mariott gefragt wurden, ob wir ein Raucherzimmer wollen. Wollten wir nicht – daraufhin bekamen wir ein Upgrade: Executive Room Deluxe heißt unser neues Paradies. Und da sind wir jetzt, in der obersten, 29. Etage des Hotels mit Blick auf den Pool in der 17. und...

.. während sich in Berlin die Klimabewegung auf der großen Fridays For Future Demo feiert, blicken wir zum Sonnenuntergang auf die Smogglocke über Medan mit düsteren Abgasschwaden aus nicht identifizierbaren Schornsteinen vor dem Horizont.



Da kann man sich nur besaufen. Zum Glück ist bei Executive-Zimmern der Zutritt zur Executive Lounge inklusive, welche abends ab 17:30 ein kleines Buffet und Getränke bietet. Wein und Cocktails! Das gab's im Strandparadies nur, wenn man sich etwas aus christlichen Gefilden mitgebracht hatte. Hatten wir natürlich. :-D
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Pulau Ujung Batu – eine nette Überraschung

Nachdem wir das Kimo-Resort die letzten zwei Tage noch ein wenig bei Strand-Reinigung, WLAN-Inbetriebnahme und Korallenriffbepflanzung unterstützt hatten, hat uns der Resort-Besitzer Willi am Nachmittag noch mit einem Bootsausflug zur Insel Ujung Batu überrascht. Diese war – im Gegensatz zu den sonst eher klassischen Palmen-Strand-Paradiesinseln – mit dichtem Dschungel überzogen. Kantige Felsen bilden die Abgrenzung zum vorgelagerten kristallklaren, türkisfarbenen Wasser von wo aus wir fasziniert in den Dschungel starrten und nach bunten Vögeln Ausschau hielten, die dort immer wieder von einem Baum zum nächsten huschten.





Und wieder zurück.. Pulau Panjang kurz vor dem Kimo-Resort.

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Ich hab n Vogel

Seit wir auf Borneo bei einer Nachtwanderung einen schlafenden Eisvogel auf einem Ast direkt über dem Weg entdeckten, habe ich eine kleine Obsession, was diese Vögelchen angeht. In den verangenen Tagen auf Pulau Panjang, haben wir immer wieder welche gesehen und auch versucht zu fotografieren, aber da unser Tele defekt ist, gestaltet sich das echt schwierig, weil die Viecher doch ziemlich scheu sind und immer ordentlich Abstand halten.

Heute also, wir sitzen nach dem Frühstück noch ein wenig an der Bar, da sehe ich auf einem Baumstumpf in der gewohnten Eisvogelfluchtdistanz (ca. 20m?), gleich zwei Exemplare sitzen. Ich habe die Kamera mit der 50mm Linse dabei und drücke ab, aber aus der Entfernung ist das für die Katz.



Kaum nähere ich mich etwas, sind sie auf und davon. Ein Jammer.

Ich schleiche noch ein wenig spähend durch die Gegend, als mir der unscheinbar im Beet hockende alte Gärtner gestikulierend den Weg weist. Ich freue mich, zumindest einen Vogel wiederzusehen, aber das Fotoproblem bleibt. Janine meint, ich könnte doch nochmal das Tele probieren, vielleicht geht es ja wieder. Den Glauben daran habe ich längst aufgegeben, aber was habe ich zu verlieren. Ich setze das Tele drauf – es ist mindestens der fünfte Versuch, seit es sich verabschiedet hat.

Und oh Wunder... das Objektiv geht wieder. Und wieder verhilft mir der Gärtner zur nächsten Sichtung.



Und nachdem ich ihn noch ein wenig durch die Gegend verfolgt habe, gesellen sich noch zwei seiner Freunde dazu. Ein Traum.

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Bad News are... bad news.

Irgendwie haben wir diesen Urlaub ein wenig Pech mit der Technik. Jellis kleine Kamera gab schon sehr früh den Geist auf, unser 150mm Tele für die Spiegelreflex muckte schon im Dschungel bei Bukit Lawang rum und mag inzwischen gar nicht mehr mit der Kamera kommunizieren, weshalb diese wiederum das Bildermachen verweigert. Das ist natürlich schade, weil es dazu führt, dass so wunderbare Tierchen wie Eisvögel, die man gelegentlich auf unserer Insel sieht, so schwer einzufangen sind. Aber wer sucht, der findet ihn auch bei 50mm Brennweite. ;-)



Na gut.. ein bisschen Digitalzoom is noch drin...



Im Flug hatte er ein wunderbar blau leuchtendes Gefieder.

Und als wäre das nicht schon genug Schaden für einen Fotoenthusiasten, ist nun auch noch das Standard-Zoom lädiert, vermutlich verursacht durch einen Sturz aus meiner Tasche auf unserer Fahrt zu den Banyaks. Die Linse ist jetzt nur noch mit manuellem Fokus nutzbar – und selbst das nur eingeschränkt. Ich hoffe, die Bilder der letzten Tage werden entsprechend gewürdigt – inkl. Eisvogel. ;-)


Aber die eigentlich schlechte Nachricht ist: als wir heute vom Island Hopping zurück kehrten, fanden wir weitere Gäste in unserem Resort vor. Wir sind also nicht mehr die einzigen Gäste auf der Insel. Das ist natürlich irgendwie enttäuschend. Mal schauen, ob wir uns die nächsten Tage hier irgendwie arrangieren können.

Kleiner Wermutstropfen... haha.. (Wortspiel) .. es regnet gerade durchs Dach auf unser Bett. Aber nur tropfenweise. Mal schauen, ob wir es schaffen, das die ganze Nacht zu ignorieren. :-D Komisch. Letzte Nacht hat's doch noch gehalten.
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Banyak Island Hopping

Waren wir gestern noch mit Nichtstun und Nemos finden voll ausgelastet...






... stand heute mal wieder etwas Aktivität ins Haus. Aber nicht zu viel. Wir haben einmal "Island Hopping" gebucht und wurden den ganzen Tag mit einem Boot durch die Banyak Inseln geschippert und durften zwischendurch mal schnorcheln, essen oder auf einen Leuchtturm krackseln.

















Unser Gastwirt und Tour-Guide erzählte, dass man ihm 2014 die eine Insel für umgerechnet ca 3500 Euro zum Kauf angeboten hatte und er sich nun ärgert, dass er nicht zugeschlagen hatte. Inzwischen wäre sie 5x so viel Wert. Aber.. hmm.. da kommt Unserereins durchaus noch ins Grübeln. :-D
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Pulau Banyak

"Pulau Banyak" heißt übersetzt aus dem Indonesischen: Viele Inseln.

Das ist hier also so ein Inselhaufen, auf dem erstaunlicherweise nicht sonderlich viel los ist. Könnte daran liegen, dass es so absurd schwer ist herzukommen. Eher verstreut gibt es abseits der Hauptinsel ein paar Bungalowsiedlungen mit mehr oder weniger Komfort – meist weniger. Etliche Inseln sind gänzlich unbewohnt.

Und wir haben auch schon die ersten Anekdoten von unserem Wirt gehört: 2005, beim großen Erdbeben von Nias, sind die Banyak Inseln einen Meter abgesunken. Der Strand vor unserem Bungalow war damals noch 100m breiter und das Korallenriff vor unserem Bungalow lag größtenteils an der Oberfläche, so dass dieser Teil der Insel für Boote unerreichbar war. Inzwischen ist das damals noch gesunde Riff zu großen Teilen tot. Unser Wirt Willy, ein chinesischstämmiger Sumatraner, der hier Anfang 2018 das Kimo Resort begründet hat, bemüht sich daher intensiv um "Aufforstung" der Korallen.

In dem Zusammenhang steht auch die Geschichte, dass Anemonen hierzulande als Delikatesse verspeist und auf dem Markt gehandelt werden. Willy kauft diese Anemonen auf den Märkten und pflanzt sie im Riff vor seinem Resort neu an. Und so kommen wir in den Genuss, neben den Anomenen auch viele kleine Clownfische zu sehen, welche Jelli begeistert sucht und findet.



Ein Gast des Resorts hat hier vor einiger Zeit ein recht hübsches Video gedreht:
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Nixtun

Was macht man auf einer einsamen Insel mit traumhaftem Strand, Schatten spendenden Palmen und badewannenwarmem, türkisblauem Meer? Richtig! – nix. Und zwischendurch schnorchelt man ein wenig. Dann isst man was und dann wieder.. nix.

Das war unser heutiger Tag und es war wunderbar.

Interessanterweise ist die Insel Panjang ziemlich schmal, auf der Höhe unseres Resorts nur etwa 100m breit. Das führt dazu, dass wir quasi vor und hinter dem Bungalow Strand haben. Vorn geht die Sonne auf, hinten geht sie unter; wobei wir Sonnenaufgang bisher noch nicht erlebt haben.

Wenn man so auf der Terasse seines Bungalows sitzt, ist man doch nicht ganz allein: alle 3-4 Stunden fährt auch mal ein Boot vorbei.


Und bis zum Sonnenuntergang bemüht man sich auch mal zum hinteren Strand:

Blick nach rechts:


Blick nach links:


Zum Abendbrot gibt's frischen Fisch.