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Jon

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Eighty Mile Beach [Oct. 31st, 2014|02:12 pm]
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Vom Eighty Mile Beach hatte ich ja schon geschwärmt. Vom Highway Nr. 1 waren es 9 Kilometer ungeteerte Piste bis zum Zeltplatz (mit unserem Camper sind bis zu 11 Kilometer unbefestigte Zufahrt gestattet). Dort schlugen wir uns direkt hinter der Dühne unser Nachtlager auf und brauchten somit nur noch wenige Schritte bis zum perfekten Strand. Auf dem Strand befand sich ein vielleicht fünf Meter breiter Streifen, links und rechts bis zum Horizont laufend, prall gefüllt mit Muscheln, Schnecken, Korallen und Seesternen – viel zu viel für die begeisterte Sammlerin.

Wegen der vorherrschenden Ebbe gingen wir nur mit den Füßen ins Wasser. Ein anderer Gast und begeisterter Angler auf dem Zeltplatz erzählte uns später, dass er erst kürzlich 14 Haie an einem Tag aus dem Wasser gezogen hätte und man dort besser nicht baden sollte. Man sieht sie nur nicht, weil das Wasser am Eighty Mile Beach zu trüb/aufgewühlt ist, aber sie sind da. Gut zu wissen. ;-) Die Haie hat er alle wieder frei gelassen.

















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Broome [Oct. 31st, 2014|01:52 pm]
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Broome ist eine für hiesige Verhältnisse größere Stadt an der Westküste Australiens, vermutlich die größte zwischen Perth und Darwin. Nach langer Fahrt durch das trockene Buschland erreichten wir in Broome also das Meer und waren begeistert.







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At the Westcoast [Oct. 30th, 2014|09:23 am]
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In eher gemütlichen Etappen haben wir nun auf dem Highway Nr. 1 die Kimberleys gekreuzt und sind an der Westküste angekommen. Über 2500 Kilometer sind seit Darwin vergangen und die Landschaft wandelt sich langsam. Unzählige ausgetrocknete Flüsse haben wir gekreuzt und über tausende Kilometer prägten Buschland, Gestrüpp und Termitenhügel das Bild. Insbesondere letztere haben uns nachhaltig beeindruckt, sowohl in Größe als auch Anzahl.

 

Meist überstehen wir die heiße Mittagszeit (zum Teil über 40°C) fahrend im klimatisierten Auto und schlagen am frühen Nachmittag nach 200 bis 400 Kilometer am jeweils nächsten Ziel auf. Jelli verschläft einen Großteil der Autofahrten und freut sich, wenn wir dann nachmittags Zeit für ihn haben.

 

Wie es an einer Westküste so üblich ist, geht tagtäglich die Sonne über dem Meer unter und bietet uns ein spektakuläres Schauspiel. Dank abendlicher Ebbe glüht dabei der endlos breite und lange Strand im roten Licht. Am unfassbar schönen Eighty Mile Beach waren quasi allein. Links und rechts Strand so weit das Auge reicht und vor uns das türkisblaue Meer. 220 Kilometer ist der 80 Mile Beach lang (interessante Mathematik), besteht aus perfektem weißen Sand und unendlich vielen Muscheln. Und niemand war da außer wir. Es war wirklich surreal. Wir genießen die gemeinsame Zeit in vollen Zügen.

 

Nach einer Übernachtung in der Minenhochburg fahren wir heute zum Karijini Nationalpark, wo wir auf tiefe Schluchten hoffen, die uns hoffentlich ein wenig für die verpasste Gibb River Road entschädigen. Mit unserem Camper haben wir uns inzwischen angefreundet und genießen die gewonnene Bequemlichkeit. Auf Grund der hohen Temperaturen übernachten wir bisher immer auf kommerziellen Campingplätzen. Das geht zwar ganz schön ins Geld (ca. 30 EUR pro Nacht, das läppert sich!) aber so haben wir immer Strom für die Klimaanlage und Waschmaschinen für die Klamotten.

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Eindrücke aus Kuala Lumpur nachgereicht [Oct. 25th, 2014|08:18 am]
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Hier noch ein paar Eindrücke aus Kuala Lumpur nachgereicht:

Vor den Petronas Towers:


Lecker Watermelon Shake:


Chinatown:


Das lustigste war echt, wie die Einheimischen auf Jelli reagierten. In Restaurants bat das Personal regelmäßig drum, ihn halten und rumzeigen zu dürfen. In einem Thai Restaurant bot man mir sogar an, ihn zu wickeln. Janine war grad zur Massage -- da konnte ich nicht nein sagen. :-)
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Kakadu/Yellow Water [Oct. 24th, 2014|09:00 pm]
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Hier ein paar flüchtige Eindrücke von unserer Yellow Water Bootstour im Kakadu Nationalpark.

Kurz nach Ablegen des Boots erreichten wir ein Wasserlauf mit hunderten, wenn nicht tausenden Vögeln, vor allem Whistling Ducks (eigentlich Gänse) aber auch vielen anderen exotischeren Exemplaren.



Wir sahen vereinzelt Krokodile wie tot am Ufer liegen, aber eines schwamm direkt an unser Boot heran. Ein Prachtexemplar, bestimmt 3 Meter lang, da bekam man schon ordentlich Respekt und ging etwas vom Bootsrand zurück, schließlich können die Viecher ja bis zu eine Körperlänge aus dem Wasser springen.



Aber die Crocs am Ufer waren durchaus auch eindrucksvoll:


Wir sahen verschiedene Schlangenhalsvögel. Die jagen Fische schwimmend im Wasser (konnten wir auch beobachten). Während sie über Wasser schwimmen, schaut nur der Kopf mit Hals aus dem Wasser und sieht dann aus wie eine Schlange.



Auf dem Boot war neben uns eine kleine Reisegruppe mit Vogelexperten. Die suchten und fanden mit Enthusiasmus diverse Vögel, die da sein sollten aber sonst niemand sah. Leider schafften sie es nicht, alle 4 Eisvogelarten der Gegend zu entdecken, aber 3 Treffer ist ja auch nicht schlecht.


Der Papuafischer ist der kleinste Eisvogel, nur so groß wie ein Daumen hieß es im Vorfeld der ornithologischen Suchaktion. Das hinderte unsere Experten aber nicht daran, ihn dennoch aufzustöbern, und wir fieberten mit. Den kleinen blauen Punkt im Unterholz fanden wir erst, als sie mit Laserpointer unsere Blicke hindirigierten.


Den Azurfischer war eine der ersten Vogelentdeckungen auf unserer Tour.


Mehrfach sahen wir Weißbauchseeadler und kamen mit dem Boot auch erstaunlich nah ran.

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Täglich grüßt... Darwin [Oct. 24th, 2014|10:12 am]
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Abseits der Welt haben mal wieder etwas Ruhe und Zeit für einen kleinen Bericht gefunden. Seit dem letzten Eintrag ist viel passiert. Verdammt viel.

Nach anfänglichem Trouble mit Jelli (Fieber und Halzentzündung), der noch in Kuala Lumpur begann, geht es ihm inzwischen nach 3 Arztbesuchen und viel Geduld unsererseits wieder wunderbar. Wir haben einiges gelernt, seit wir hier sind, und dazu gehört auch, wie man ein Baby bei hohen Temperaturen versorgt. Natürlich halten wir ihn im Schatten, aber auch dort ist es warm und so befeuchten wir öfter seine Haut mit einem Schwamm, um ihn quasi mit künstlichem Schweiß zu versorgen. Den Tipp hat uns der Arzt in Kuala Lumpur schon gegeben und das bewährt sich wirklich. Das vermeintliche Fieber war vermutlich gar keines sondern Jelli hatte einfach Probleme, seinen Körper zu temperieren. Also das wäre nun geklärt und wir kümmern uns drum, dass er schön kühl bleibt.

Darwin erreichten wir am 13.10. und am 14.10. sollten wir unseren Camper bekommen, nur dummerweise stand der nicht zur Verfügung, weil er auf dem Weg nach Darwin mit Motorschaden ausgestiegen war. Man gab uns vorrübergehend einen Toyota Minibus als Ersatz, vergleichbar mit einem VW-Camperbus, welcher aber nicht allradfähig war und somit nicht auf allen Straßen fahren durfte, die wir für unsere Tour eingeplant hatten. Damit besuchten wir aber den Litchfield Nationalpark und sahen dort das typische Buschland, sowohl abgebrannt als auch unversehrt, ein paar schöne Wasserfälle und unsere ersten Kängurus (oder Wallabys, so genau durchblicken wir das noch nicht). Das war schon toll.

Von vielen Einheimischen empfohlen wurde uns auch Berry Springs, was wohl eine tolle Badestelle wäre, und in der Tat war die Natur dort auch wunderschön mit drei natürlichen ¨Pools¨, aber die Zugänge waren komplett betoniert und es gab kein schönes Plätzchen, um sich außerhalb des Wassers mal niederzulassen. Das war also irgendwie enttäuschend. Wir sind offenbar schon zu verwöhnt. Die Einheimischen freuen sich glaub ich über jede Badestelle, die nicht Krokodilverseucht ist und so ist so ein Plätzchen natürlich einen besonderen Tipp wert. Der Zeltplatz, ¨Lake Side¨ oder so, unweit von Berry Springs begeisterte uns dafür mit Kakadus und Papageien, welche laut kreischend die Bäume bevölkerten.

Von Berry Springs gab es auch eine Abkürzung zum Litchfield Nationalpark, über welche das Navi, welches wir sicherheitshalber mitgemietet hatten, versuchte uns zu führen. Dumm nur dass diese etwa 30 km unbefestigte Straße beinhaltete und wir nicht erlaubt waren, diese mit dem Ersatz-Camper zu fahren und die sich auch nach kurzem Versuch als viel zu holprig für unseren Camper herausstellte. Eigentlich gab es im Navi ja eine Einstellung, solche Straßen zu vermeiden. Nun gut.. nochmal 100 km draufgelegt und wir erreichten Litchfield und waren, wie oben beschrieben, begeistert.

Am Samstag kehrten wir zurück nach Darwin und erhielten den ersehnten Outback Camper. Der war schon etwas geräumiger von der Bauart und vor allem Offroad-tauglich und es gab vorn eine bequeme Doppelkabine, wo wir Jelli im Kindersitz auf die Rückbank schnallen konnten. Somit saßen wir alle näher beeinander, die Fahrgeräusche waren auch erträglicher und die Kiste einfacher zu klimatisieren. Auf Nachfrage erhielten wir auch einen Straßenatlas, welcher uns später noch mehrfach half, das dumme Navi zu ergänzen. Damit sind wir Sonntag nach einer weiteren Übernachtung in den Kakadu Nationalpark gefahren und haben heute früh um 6:45 Uhr bei angenehmer Morgenkühle eine geführte Bootsfahrt in der Yellow Water Region unternommen. Dies ist eine Fluss und Seenlandschaft, die ihresgleichen sucht und jeden von euch begeistert hätte. Jetzt zum Ende der Trockenzeit ist die Gegend, wär hätte es gedacht, weitestgehend trocken und die vielen Tiere tummeln sich um die wenigen verbliebenen Wasserstellen. Dort sahen wir hunderte Vögel und zu unserem Glück war zufällig auch eine Gruppe Ornithologen mit an Board, welche mit Begeisterung die Tiere bis aufs Detail bestimmten, mir die Namen buchstabierten und auch einen vorzüglichen Blick für selbst die kleinsten Vögel hatten. Ich habe ein paar Namen mitgeschrieben und bemühe mal das Internet für die Übersetzungen: Sichelpfeifgänse, Azurfischer (Eisvogel), Keilschwanzweihe, Kanadareiher, div. Cistensänger, div. Schlangenhalsvögel, einen Spiegelliest (Eisvogel), Giam-Monarchen, Sonnenastrilde, Nachtreiher, Pelikane, Weißbauchseeadler, Papuafischer (Eisvogel), Blatthähnchen, Braune Sichler,... und natürlich Krokodile und abseits des Wassers ein paar wilde Pferde. Ja ihr lest richtig, drei Arten Eisvögel in freier Wildnis in 2 Stunden Bootsfahrt, das war schon verrückt. 95 Dollar pro Person schienen zwar ganz schön happig, aber das hat sich wirklich gelohnt. Jelli wurde von den anderen Tourmitgliedern bestaunt und erfreute sich bester Laune in seinem quietschbunten UV-Schutzanzug, den uns Stefan und Inga geliehen hatten. Super Teil! Super war und ist auch das kleine Wurfzelt der beiden, in dem wir Jelli wegrollsicher schlafen legen können. Anyhow..

Nach der Bootsfahrt wollten wir noch ein paar Felsmalereien der Aboriginees anschauen, aber das war Jelli in der inzwischen herrschenden Mittagshitze dann doch zu warm draußen und so sind wir im klimatisierten Auto geblieben und beschlossen auf Grund der bereits am Anfang der Woche verlorenen Zeit, den Kakadu Nationalpark hinter uns zu lassen und brachen nach kurzer Zeitplanung auf gen Katherine. Wir waren kurz davor wieder an der Cooinda Lodge vorbei zu fahren, wo wir die letzte Nacht verbracht hatten, als es passierte: Ein ¨kleiner¨ Fahrfehler meinerseits und wir saßen im Straßengraben. Uns ist nichts passiert, wir sind alle drei wohlauf und ohne Kratzer, nur das Auto ist leider zu lädiert, um uns weiter zu begleiten, was schon ein Ärger ist, weil das ja so schwer zu bekommen war. Das wirklich liebe Cooinda Personal hat uns samt Gepäck aufgenommen und, weil sie selbst ausgebucht sind, in ein nahe gelegenes Partnerhotel in Jabiru vermittel und auch hingefahren. Der Zimmerpreis hatte es dafür in sich, 179 Dollar ohne Frühstück und so addierten sich zur Sorge um die künftige Fortbewegung noch die um die kommenden Übernachtungen.

Ich kürze an dieser Stelle mal etwas ab (es war zwischenzeitlich etwas deprimierend; aber es zählt das Happy-End): wir sind am nächsten Tag (Dienstag) per Bus zurück nach Darwin, haben dort für 80 Dollar in einem nach Schimmel duftenden Miniloch mit Doppelstockbett gehaust und sind am Morgen darauf zur Autovermietung, um zu schauen, ob wir einen neuen Wagen bekommen. Und tatsächlich, es gab einen Wagen, allerdings nur einen 6-Personen-Camper, ein riesen Schiff, natürlich nicht Allrad. Wie dem auch sei: Neustart in Darwin, über eine Woche verspätet.

Nach Übernachtung in der ehemaligen Goldgräbersiedlung Pine Creek hat es uns nun nach kurzem Abstecher zu einer Tropfsteinhöhle bei Katherine zum Victoria River Roadhouse, genauer: den angegliederten Campingplatz, verschlagen. Und hier im Nirgendwo, wo sich Papagaien und Wallabys gute Nacht sagen, gibt es, wär hätte es gedacht, brauchbares WLAN! Auf dieses sind wir leider angewiesen, weil mein tolles Dual SIM Handy fast nirgends Empfang hat. Und das liegt (meistens) nicht, wie sich inzwischen herausstellte, an der schlechten Netzabdeckung der Provider sondern am Handy. Damit ist das teuer gekaufte 2 GB Mobile Broadband Paket fast nutzlos. Es ist zum heulen. Zum Glück haben wir eh kaum Zeit zum Schreiben.

Wie dem auch sei.. bevor mich das Glück mit dem hiesigen WLAN verlässt, sende ich mal ab und vielleicht reicht mein 100 MB Kontingent noch für einen weiteren Artikel mit Fotos. :-)
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Kuala Lumpur [Oct. 12th, 2014|10:25 pm]
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Hinweis: ich habe derzeit leider noch Probleme mit dem Foto-Upload. Die WLANs hier sind entweder total lahm oder technisch eingeschränkt. Damit der Text nicht weiter hier brachliegt, schreibe ich erstmal ohne Fotos und reiche die Bilder dann nach.

Update: ein paar Bilder sind hier nachgereicht.


Nach einer fast entspannten Nacht (Jelli muckte nur so gegen 1 Uhr mal ¨kurz¨ auf), starteten wir mit Gemüsereis, Nudeln, würzigem Hühnchen und frischer Melone und Ananas vom Hotelbuffet ganz asiatisch in den Tag. Ok, Marmeladentoast, Corn Flakes und Kaffee waren auch dabei; so ganz bekommt man den Europäer wohl nicht aus uns raus. Jelli begnügte sich mal wieder mit Brei aus dem Wasserkocher und erleichterte unser Australiengepäck erneut um Gläschen und Windeln.

Als ich gestern noch eher pessimistisch schrieb, dass wir eher am Rande des Zentrums wohnen, hatte ich vielleicht nicht unrecht, aber es ist vieles erlaufbar, die Stadt ist doch eher kompakt. So stiefelten wir also nach dem Frühstück los in Richtung Petronas Towers und lernten deutsche Fußgängerwege zu schätzen. Es ist schon nicht ganz schlecht, wenn es ein paar Vorschriften beim Straßenbau gibt, die (z.B.) auch das Kinderwagenschieben erleichtern. Also das wäre zumindest nicht schlecht, hierzulande. Fußwege sind selten breiter als ein Meter, oft stellen sich noch diverse Hindernisse in den Weg und bei Querstraßen muss man die elendig hohen Bordsteine runter und wieder hoch, oft ohne Absenkung. Fußgängerampeln gibt es ab und zu, kennen aber in vielen Fällen nur die Farbe rot. Die Knöpfe am Ampelpfosten, die man wohl drücken soll, um grün zu bekommen, fehlen teilweise oder sind augenscheinlich kaputt. Aber wir fühlen uns recht sicher, wenn die Autos in der eigenen Richtung grün haben, dabei sind die Grünphasen so lang, dass man durchaus auch ohne Tastern den Fußgängern die gleiche Farbe hätte gönnen können. So brauchten wir letztlich etwa eine Stunde bis zu den Zwillingstürmen und hatten dabei ausgiebig Gelegenheit ein Gefühl für die Stadt zu entwickeln.

Der Wikipedia-Artikel verrät ein paar interessante Details zur Konstruktion der Petronas Towers, welche bis 2004 immerhin als die höchsten Gebäude der Welt galten (wobei diese Einstufung auch umstritten ist). Da steht zum Beispiel, dass zwei Teams im Wettstreit die Türme unabhängig voneinander hochzogen oder dass der eine Turm schief gebaut wurde und deshalb ab dem 73. Stockwerk auf einer Seite des Turms immer zwei Zentimeter mehr draufgelegt wurden, um die Schiefe auszugleichen. Die Türme überragen alles andere in der Stadt und sind so ziemlich eindrucksvoll und eine Herausforderung für all die Fotografen, die sich da tummeln. Apropos ¨tummeln¨: die Stadt kam uns insgesamt ziemlich leer vor (verglichen mit z.B. Bangkok) und auch an dieser Hauptattraktion war nicht wirklich viel los. Aber vielleicht liegt es am Sonntag oder wir sind einfach zur falschen Jahreszeit hier, das Wetter ist nämlich ähnlich trüb wie unser Hotelfußboden, wobei auf dem Fußboden eher mehr Wolken zu erkennen sind als am Himmel. Letzterer ist durchgehend weiß und die hohen Gebäude verblassen schon nach wenigen Metern hinter grauen Schleiern. Dafür ist es schön warm, im Schnitt über 30 Grad Celsius. Feuchtwarm sollte ich sagen. Man schwitzt schon ordentlich, ohne viel dafür zu tun.

Der Vergleich mit Bangkok drängt sich irgendwie auf: Hitze, Smog-getränkte Atmosphäre, hohe Häuser, chaotische Stadt¨planung¨... all das kennt man auch von dort und doch ist Bangkok nochmal eine ganz andere Nummer. Natürlich ist es viel größer (8 Mio vs. 1,6 Mio Einwohner) und die Skyline auch um einiges imposanter, aber Bangkok zelebriert sich auch ganz anders mit seinen ausufernden Konsumtempeln, dem einerseits zur Schau gestellte Pomp und andererseits urigen Leben entlang des Flusses und der Kanäle. Am Fluss in Kuala Lumpur scheint gar nix los zu sein. Aber was können wir schon urteilen, nach gerade mal einem Tag? Es ist vor allem ein erster Eindruck. Vielleicht kommt der aber auch daher, dass Kuala Lumpur deutlich teurer ist als Bangkok und man selbst nicht so über seine normalen Verhältnisse leben kann. Das Preisniveau ähnelt schon fast Deutschland. Das wirkt sich natürlich in vielerlei Hinsicht auf das eigene Verhalten aber bestimmt auch das anderer Menschen aus. Die Kontraste in dieser Stadt sind eben nicht ganz so krass, wobei das allgemeine Niveau trotz der vergleichsweise hohen Preise weit unter dem in Deutschland zu suchen ist.

Bei der Verständigung erlebten wir die asiatisch-vertrauten Verwirrungen. Als ich einen Kellner fragte, ob er nicht mal die leeren Gläser abräumen wolle, nachdem er uns schon zum zweiten mal frische Getränke gebracht hatte, ohne die alten mitzunehmen, fragte er (man stelle sich gebrochen asiatisches Englisch vor): ¨yes, yes, no problem, how many empty glasses you like?¨ Nach ein paar ergänzten Gesten, musste er dann selbst lachen. Man darf Sprache nicht zu komplex gestalten und reduziert sie deshalb auf ein Minimum, am besten nur auf die Substantive, und lässt dagegen SMS-Stil ausufernd wirken. ¨Coke, Chicken Curry, no spicy¨. Das reicht eigentlich für eine vollständige Bestellung, nach der einem anschließend immer noch der Mund glüht.

Nach den Petronas Towers sind wir mal eine Station mit der Bahn gefahren. Eine Frau sprang sofort auf, als wir mit Baby den Zug betraten, bot uns ihren Platz an und setzte sich erst wieder als wir ihr erklärten, dass wir planten gleich wieder auszusteigen. Nett. Solche Aufmerksamkeit kennt man aus Berlin eigentlich nur noch von Touristen, die die Gepflogenheiten der Stadt noch nicht kennen. Beim Ausstieg begegneten uns etliche Menschen in Lauftrikots und wir bemerkten, dass wir den Kuala Lumpur Marathon verpasst hatten. Wir liefen unter der Seiko-Uhr am Zieleinlauf durch, und weiter über den Central Market, wo uns oben genannter Kellner (how many empty glasses you like?) bediente, und Chinatown zurück zum Hotel und erreichten gegen 16 Uhr das inzwischen ¨heiߨ ersehnte Zimmer, wo wir allesamt letargisch in einen Nachmittagsschlief verfielen und uns erst 19 Uhr wieder zum Aufstehen zwangen, ohne jedoch zuvor das Einsetzen des heftigen Regengusses zu verpassen, dem wir scheinbar nur knapp und mit mehr Glück als Verstand entgangen waren. Es war, als hätte jemand mit einem Gartenschlauch direkt auf unser Fenster gezielt. Der Regen prasselte und der Wind pfiff und wir fragten uns, wo das plötzlich herkam. Hatte wohl doch seinen Grund mit dem diesigen Wetter.

Frisch ausgeruht verließen wir das Hotel mal in anderer Richtung und erreichten unter Balkonen vom Regen geschützt eine chinesische Garküche mit lecker aussehendem Essen auf den Tischen. Wir setzten uns, bestellten ¨das was die da haben¨ und bekamen am Ende einen ganzen Fisch mit Ingwer und Zwiebeln, Reis und gedämpftem Gemüse. Die scharfe Sauce zum Fisch wurde uns auf Empfehlung der Bedienung separat serviert, zum Glück, denn die hatte es asientypisch in sich (wie halten die Asiaten das blos aus??). Jelli bekam erst sein Breichen und dann die volle Aufmerksamkeit des Personals. Die Chefin des Hauses kam als erste und alberte ausgiebig mit ihm rum, schnitt allerlei Grimassen und machte lustige Geräusche. Jelli schaute etwas verdattert drein und wir kriegten uns kaum ein vor Lachen. Dann nahm sie ihn mit (fragte natürlich vorher), um ihn den anderen Gästen zu zeigen und ließ sich mit ihm fotografieren. Echt skurrile Szenen folgten.

Fazit: Auch wenn Wetter und Hotel nicht perfekt waren, so hatten wir doch bereits einen recht intensiven Tag in Kuala Lumpur, der die Heimat in den Köpfen ganz weit weg rücken ließ. Die Menschen hier sind total lieb und Jelli wird von allen bestaunt und wir genießen die Aufmerksamkeit genauso wie er. :-)
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Auf dem Weg nach Australien [Oct. 11th, 2014|11:33 pm]
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Stolz und glücklich sind wir in Kuala Lumpur angekommen, wo wir uns nun zwei Tage erholen werden, bevor wir übermorgen gen Darwin im Northern Territory Australiens aufbrechen. Die Fliegerei hat super geklappt, viel besser sogar als erwartet. Jelli hat sich gefreut, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen, sowohl von uns als auch von allen Leuten drumrum und so verging die Zeit fast wie im Flug (haha, ich weiß). Von Berlin bis Istanbul hatten wir ihn entweder aufm Schoß oder er lag auf dem Sitz neben uns, den eine freundliche Dame für uns geräumt hatte. Zum Schluss war Jelli so müde, dass er den Aufenthalt in Istanbul verschlief. War aber auch nicht spannend.



Auf dem langen Flug nach Kuala Lumpur hatten wir so eine Babyschale, die an der Boardwand vor uns nach dem Start angebracht wurde. Die Flugbegleiter waren echt entzückend und haben sich immer wieder Zeit genommen, mit Jelli rumzualbern, wenn er nicht gerade schlief. Die Sitzreihe hinter uns war komplett leer, so dass sich einer von uns dort breit machte, während der andere vorn auf Jelli aufpasste. So hatten alle viel Platz. In die Babyschale hat Jelli grad noch so reingepasst. Is ja auch schon ein Großer. ;-) Ein paar Stunden hat er darin geschlafen und wir entsprechend auch, so dass wir überraschend erholt gegen 17 Uhr Ortszeit (11 Uhr MESZ) in Kuala Lumpur ankamen.



Das Gepäck hats auch unbeschadet überstanden und so sind wir (nachdem wir eine Transportabzockerbande abblitzen ließen) damit gleich ins Taxi, wo beim Reinsetzen günstigerweise meine Hose mit einem lauten Ratsch zerriss. Eine von zweien, die ich mithabe, natürlich die ordentlichere von beiden. Grund mal wieder zu shoppen. :-D

Mit dem Taxi sind wir etwa eine Stunde zum Hotel gefahren, welches eher am Rand des Zentrums gelegen und auch sonst nicht so wirklich der Brüller ist. Es ist nicht direkt dreckig, aber insbesondere dem Teppich in Fluren und Zimmer sieht man an, dass er schon vor 10 Jahren besser mal gewechselt worden wäre. Im Laken ein Brandloch... hinterlässt alles nicht so einen tollen Eindruck. Aber für 2 Nächte werden wirs aushalten, Bett und Bad sind ansonsten sauber, im Wasserkocher kann man wunderbar Breigläschen aufwärmen und ein Babybett haben wir auch bekommen. Da ist zwar das Bodenbett zerbrochen (soviel zum Zustand der Anlage), aber man dachte wohl, wenn man 3 Matratzen drauflegt, lässt sich das vertuschen. Die ganze Konstruktion hängt in der Mitte schön durch und wenn Jelli wüsste, was eine Hängematte ist, würde er das vermutlich damit vergleichen.

Nachdem wir mal die Dusche ausprobiert hatten, sind wir noch ein paar Meter die Straße vorm Hotel lang gelaufen und in einem chinesischen Restaurant hängen geblieben. Dort gabs Hot Pot, also eine heiße Brühe, die am Tisch kocht, in die man allerlei frische Dinge reinwerfen kann. Sehr lecker! Jelli hats im Buggy verschlafen.

Morgen werden wir mal die Stadt erkunden. Ein Bahnhof ist in der Nähe, so dass wir hoffentlich mit den Öffentlichen einiges erreichen können. Das Hotelpersonal ist nett und hat uns heute schon so einiges erklärt, wo wir morgen hindüsen könnten. Also mal schauen, was da draus wird.
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Kitaplatz!! – HELL YEAH!! [Sep. 8th, 2014|11:26 pm]
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Berlin: Another Saturday Morning [Aug. 3rd, 2014|12:32 pm]
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Wandering around, again, on a Saturday morning. Two security guards, an early (or late?) tourist, Jelle and me. Hard to imagine, that place would be overly crowded just two or three hours later into the day.

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